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Monday, October 09, 2006

Computerspiele werden gesellschaftsfähig

Computerspiele werden gesellschaftsfähig    

 

The International All Stars Invitational", unter diesem Titel veranstaltete ein koreanischer Rundfunksender unlängst einen Computerspiel -Wettbewerb.Professionelle Spieler aus Korea und der ganzen Welt beteiligten sich an diesem Wettbewerb, der mehrere Tage dauerte und nach einem Punktesystem abgehalten wurde. Wie ein Golf- oder Fußballspiel wurde der Wettbewerb im Fernsehen ausgestrahlt, und viele Leute, insbesondere junge, die mit Computerspielen vertraut sind, diskutierten über diese aufregende Veranstaltung.  Zeitungen berichteten über das Auftreten professioneller Spieler, diskutierten über die Ängste von Eltern bezüglich des Computerspiel-Syndroms und brachten Geschichten über diejenigen, die sich als Spieler einen Namen gemacht hatten.
Computerspiele sind für die N-Generation das, was für die Älteren Sport ist. Die N-Generation ist mit Computern groß geworden und sie verwendet Computer für zahlreiche alltägliche Aktivitäten wie Einkaufen, Studieren, Erholung oder um Bekanntschaften zu schließen. Sie ist nicht wie die ältere Generation an traditionelle Vorstellungen gebunden.
Vor diesem Hintergrund wurden die professionellen Spieler geboren. Zu Anfang gab es nur wenige Wettbewerbe, mittlerweile gibt es an die 30 professionelle Mannschaften.
Als logische Konsequenz entwickelten sich reguläre Ligen. In Korea gibt es drei Ligen: die Korean Internet Game League (KIGL), die erste Liga dieser Art in Korea, die Pro Gamer Korea (PKO) und die Asia Pro Game League (APGL).

Vor kurzem wurde die 21st Century Pro Game Association gegründet, um die Rechte der Spieler zu schützen und Computerspiele als Teil einer populären Kultur zu fördern. Ferner will sie Sponsoren gewinnen und internationale Wettbewerbe nach Korea holen.
Diese Entwicklung ist ein Anreiz für die Erfinder und Hersteller von Computerspielen. Im Vergleich zu Japan, dem Spitzenreiter in der Branche, und den USA hat Korea in diesem Bereich momentan noch eine schwache Infrastruktur. Koreanische Firmen, die solche Spiele wie "Lineage", The Windy Country" und "Quiz Quiz" entwickelt hatten, arbeiten derzeit an der Entwicklung von qualitativ hochwertigeren Spielen.
Zur Förderung der Spieleindustrie hat das koreanische Ministerium für Kultur und Tourismus eine sogenanntes "Game Promotion Center" gegründet. Dieses hat bei einer Untersuchung von 64 Firmen festgestellt, daß ein großer Mangel an Entwicklern, Schreibern und Grafikdesignern besteht.
Um diesen Mangel zu beseitigen, wird das Ministerium in Seoul eine "Game Academy" einrichten. Das erste Semester soll im kommenden Herbst beginnen.  Diejenigen, die dort studieren wollen, werden auf ihre praktischen und beruflichen Fähigkeiten getestet. Abschlüsse werden in drei Bereichen angeboten: Grafik, Design und Programmieren. Die Zahl der Studenten wird pro Kurs auf 20 beschränkt. Das Studium dauert zwei Jahre (acht Semester), als Abschlußarbeit ist die Entwicklung eines Spiels vorgesehen, welches dann vermarktet wird und international verkauft werden soll.