| Computerspiele werden gesellschaftsfähig
The International All Stars Invitational", unter
diesem Titel veranstaltete ein koreanischer Rundfunksender unlängst
einen Computerspiel -Wettbewerb.Professionelle Spieler aus Korea
und der ganzen Welt beteiligten sich an diesem Wettbewerb, der mehrere
Tage dauerte und nach einem Punktesystem abgehalten wurde. Wie ein
Golf- oder Fußballspiel wurde der Wettbewerb im Fernsehen
ausgestrahlt, und viele Leute, insbesondere junge, die mit Computerspielen
vertraut sind, diskutierten über diese aufregende Veranstaltung.
Zeitungen berichteten über das Auftreten professioneller
Spieler, diskutierten über die Ängste von Eltern bezüglich
des Computerspiel-Syndroms und brachten Geschichten über diejenigen,
die sich als Spieler einen Namen gemacht hatten. Computerspiele
sind für die N-Generation das, was für die Älteren
Sport ist. Die N-Generation ist mit Computern groß geworden
und sie verwendet Computer für zahlreiche alltägliche
Aktivitäten wie Einkaufen, Studieren, Erholung oder um Bekanntschaften
zu schließen. Sie ist nicht wie die ältere Generation
an traditionelle Vorstellungen gebunden. Vor diesem Hintergrund
wurden die professionellen Spieler geboren. Zu Anfang gab es nur
wenige Wettbewerbe, mittlerweile gibt es an die 30 professionelle
Mannschaften. Als logische Konsequenz entwickelten sich reguläre
Ligen. In Korea gibt es drei Ligen: die Korean Internet Game League
(KIGL), die erste Liga dieser Art in Korea, die Pro Gamer Korea
(PKO) und die Asia Pro Game League (APGL).
Vor kurzem wurde
die 21st Century Pro Game Association gegründet, um die Rechte
der Spieler zu schützen und Computerspiele als Teil einer populären
Kultur zu fördern. Ferner will sie Sponsoren gewinnen und internationale
Wettbewerbe nach Korea holen. Diese Entwicklung ist ein Anreiz
für die Erfinder und Hersteller von Computerspielen. Im Vergleich
zu Japan, dem Spitzenreiter in der Branche, und den USA hat Korea
in diesem Bereich momentan noch eine schwache Infrastruktur. Koreanische
Firmen, die solche Spiele wie "Lineage", The Windy Country"
und "Quiz Quiz" entwickelt hatten, arbeiten derzeit an
der Entwicklung von qualitativ hochwertigeren Spielen. Zur
Förderung der Spieleindustrie hat das koreanische Ministerium
für Kultur und Tourismus eine sogenanntes "Game Promotion
Center" gegründet. Dieses hat bei einer Untersuchung von
64 Firmen festgestellt, daß ein großer Mangel an Entwicklern,
Schreibern und Grafikdesignern besteht. Um diesen Mangel zu
beseitigen, wird das Ministerium in Seoul eine "Game Academy"
einrichten. Das erste Semester soll im kommenden Herbst beginnen.
Diejenigen, die dort studieren wollen, werden auf ihre praktischen
und beruflichen Fähigkeiten getestet. Abschlüsse werden
in drei Bereichen angeboten: Grafik, Design und Programmieren. Die
Zahl der Studenten wird pro Kurs auf 20 beschränkt. Das Studium
dauert zwei Jahre (acht Semester), als Abschlußarbeit ist
die Entwicklung eines Spiels vorgesehen, welches dann vermarktet
wird und international verkauft werden soll.
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